PlayStation 4 (2013 - 2020)
Mit der Veröffentlichung der PlayStation 4 im November 2013 begann das Spiel um das Knacken der Sicherheitsvorkehrungen auf der neuen Konsole von vorne. Dieses Mal hatte Sony von vornherein keinen Linux-Support mehr versprochen, was den Ansporn hochtrieb, es auf der nun aktuellsten Konsole zum Laufen zu bekommen.
Einige Hacker sind aus der Szene ausgeschieden, nachdem Sony eindrücklich unter Beweis gestellt hatte, dass sie sicherheitsrelevante Hacks ihrer Konsole nicht duldeten. KaKaRoTo, der sich für die erste Custom Firmware auf der PlayStation 3 verantwortlich zeichnet, kündigte seinen Rückzug auf Twitter an, nachdem Sony Twitter aufforderte, alle Informationen und Dokumente über dessen Twitter-Accounts sowie deren Klarnamen, Addressen, Telefonnummern und stattgefundenen Mail-Verkehr mit ihnen herauszugeben.19,20
Neue Hacker stießen hinzu, andere hatten sich mit der PlayStation Vita beschäftigt und wechselten nun zur PlayStation 4. Unter anderem ist auch der Security Researcher Andy "theflow0" Nguyen für viele der entdeckten Sicherheitslücken der PlayStation 4 verantwortlich und hat bereits für die PlayStation Vita viele Homebrews entwickelt.21
Die Gruppe fail0verflow hatte bereits auf dem 32. Chaos Communication Congress im Dezember 2015, also etwa zwei Jahre nach Veröffentlichung der Konsole eine funktionierende Linux-Installation auf der PlayStation 4 gezeigt.22 Außerdem veröffentlicht sie im Januar 2016 die Linux-Version und funktionierende Grafiktreiber für die Linux-Installation auf einer PlayStation 4, womit es möglich wird, Spiele, die unter Linux lauffähig sind, auf der PlayStation 4 abzuspielen.
Im August 2016 machten sich die ersten Synergie-Effekte der PlayStation Vita-Hacker in der PlayStation 4-Szene bemerkbar, als bestätigt wurde, dass das HENkaku-Exploit, welches in die Kategorie der Homebrew Enabler fällt, auf der PlayStation 4 funktioniert.
Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine permanente Custom Firmware für die PlayStation 4, jedoch viele Exploits, die die Ausführung von eigenem Code, vornehmlich von verschiedenen Payloads ermöglicht.
Sony hat sich bei der Strafverfolgung vornehmlich auf die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen konzentriert. Bis heute ist nur ein einziger Fall aus dem Jahre 2018 an die Öffentlichkeit geraten, in der ein Hacker mehrere PlayStation 4-Konsolen auf eBay verkaufte, auf deren Festplatten bereits raubkopierte Spiele vorinstalliert waren, die ohne eine eingelegte Spiele-Disk funktionierten.23 Die Vermutung zu diesem Zeitpunkt lag nahe, dass der Verkäufer der Konsolen eine PlayStation 4 mit der Software-Version 5.05 vertrieb, die im Mai 2018 durch ein Exploit imstande war, nicht lizensierte Software auszuführen.
Während die Hacker in elitären Kreisen ihre gefundenen Sicherheitslücken austauschen, werden diese jedoch nicht alle sofort veröffentlich, sobald sie entdeckt und erfolgreich ausgenutzt werden. Sie veröffentlichten ein Exploit meistens dann, wenn sie ein weiteres Exploit entdeckt haben, um sich auch in dem auf die Veröffentlichung folgenden Systemsoftware-Update umsehen zu können und die Änderungen seitens Sony an der Software zu untersuchen.