Zum Hauptinhalt springen

Vergangene Spielekonsolen von Sony (1994 - 2013)

PlayStation 1 und PlayStation 2 (1994 - 2006)

Seit jeher wehrt Sony sich gegen Angriffe der Hacker auf die Spielekonsolen in Form von Modchips und Custom Firmwares. Hersteller solcher Modchips wurden verurteilt, weil sie das Abspielen von Import-Spielen ermöglichten.6 Hierbei - so die Begründung des Richters - werde eine Urheberrechtsverletzung begangen, da im Arbeitsspeicher der Konsole eine unerlaubte Kopie des Spielecodes erzeugt werde. Auch der Hinweis darauf, dass ein Modchip die "freie PS2-Softwareentwicklung eröffne[…]", war nicht ausreichend, um einen Freispruch zu erzielen.6 Das Erstellen und Abspielen einer Sicherheitskopie sei aber weiterhin "im Interesse des Kunden und zudem rechtlich erlaubt".6

PlayStation 3 (2006 - 2013)

Mit der PlayStation 3 beschritt Sony neue Wege, die sich bei der PlayStation 2 bereits abgezeichnet hatten: Die PlayStation 3 erschien mit offiziellem Linux-Support, Nutzer hatten also die Möglichkeit, ihre eigene, freie Software auf der Konsole zu installieren. Zuvor hatte Sony ein Aufrüstkit für die PlayStation 2 veröffentlicht, mit dem man Linux auf einer beigelegten Festplatte installieren konnte.

Nachdem diese Funktion allerdings für Sony im April 2010 als Sicherheitsrisiko herausgestellt hatte, wurde sie kurzerhand mit einem Update der Systemsoftware entfernt.18 Dies zog eine Sammelklage nach sich, in der herausgestellt wurde, dass "Sony's security concerns" keine Gefahr für die Nutzer der PlayStation 3 waren, sondern Sony selbst betrafen:7

On information and belief, contrary to Sony's statement, the "security concerns" did not involve a thread to PS3 users, but rather reflected Sony's concerns that the Other OS feature might be used by "hackers" to copy and/or steal gaming and other content. Indeed, it is no coincidence that the release of Update 3.21 came quickly on the heels of an announcement by a hobbyist named Geohot that he was able to use the Other OS feature along with a bit of soldering in a manner that gave him more control over the PS3 hardware than Sony had intended.

Im August 2010 wird der PS Jailbreak Dongle in der Form eines herkömmlichen USB-Sticks vorgestellt.17 Der australische Shop OzModChip.com verkauft den Stick für umgerechnet 170 Euro und erlaubt das Abspielen von Spielen auf einer externen Festplatte, die über einen USB-Anschluss mit der Konsole verbunden wird. Beim Einschalten der Konsole wird der USB-Stick als ein solcher erkannt, der auch in den Service Centern von Sony zum Einsatz kommt, wenn eine PlayStation 3 dort repariert wird. Damit ist es nun möglich, die Software der Konsole bereits beim Einschalten zu modifizieren. Die Hacker kaufen diese USB-Sticks und untersuchen ihn. Eine Woche später ist die Software auf dem USB-Stick geknackt und eine weitere Woche später wird eine quelloffene Version dieses Sticks unter dem Namen "PSGroove" veröffentlicht.18

Sony verklagte im Januar 2011 George Hotz und drei Mitglieder der Gruppe fail0verflow wegen der Umgehung technologischer Schutzmechanismen ("Technological Protection Measures", TPMs).8,9 Der Rechtsstreit wurde beigelegt.10

Während sich Sony mit Hotz einigen konnte, sind die Wohnräume des deutschen Hackers Alexander "Graf_Chokolo" Egorenkov für seine Hacks und die Rückentwicklung des PlayStation 3 Hypervisors, einer der integralsten Bestandteile des Sicherheitssystems der Konsole, mehrfach von der Polizei durchsucht und seine Hardware beschlagnahmt worden.15,16 Er löschte nach der einstweiligen Verfügung Sonys ihm gegenüber Inhalte von seiner Webseite, veröffentlichte trotzdem seine Recherchen zum Sicherheitskonzept der PlayStation 3 unter dem Titel "Hypervisor Bible" an mehreren Stellen im Internet.15

Ein folgenschwerer Hack des PlayStation Networks11 im April 2011, bei dem Daten von mehr als 75 Millionen Nutzern gestohlen wurden, sorgte dafür, dass PlayStation-Nutzer vom 20. April bis zum 14. Mai desselben Jahres die Online-Dienste der Konsole nicht nutzen konnten.12,13 Die zeitliche Nähe zu der Klage gegen George Hotz, fail0verflow und Egorenkov legen einen Zusammenhang nahe. Die Hacker-Kollektiv Anonymous stritt eine Beteiligung am Hack ab.14

Durch die Arbeiten von Hotz, fail0verflow und Egorenkov wurde das gesamte Sicherheitskonzept der PlayStation 3 offengelegt und jeder Nutzer war nun imstande, Software zu entwickeln und zu veröffentlichen und jede PlayStation 3 würde diese als von Sony signiert ansehen und ausführen, auch wenn sie nicht von Sony lizensiert wurde.